BT 09.07.2021

Starke Regenfälle sorgen für Verzögerung bei Liegeflächen / Rollrasen kann nicht verlegt werden

BT09072021 01Viel Matsch: Um Rasen einzusäen, ist es auf der künftigen Liegefläche im Waldseebad viel zu nass. Foto: Ulrich Jahn

Von BT-Redakteur Ulrich Jahn

Gaggenau – Etliche Badefreunde hatten sich den 29. Juli dick im Kalender markiert. Doch sie müssen enttäuscht werden. Das neue Gaggenauer Waldseebad wird an diesem Tag nicht öffnen. Grund ist die regnerische Witterung. Die Eröffnung ist jetzt für das kommende Frühjahr vorgesehen. Als „Trostpflaster“ gibt es am 29. Juli eine Führung auf der Baustelle.

Gaggenaus Oberbürgermeister Christof Florus spricht am Donnerstag bei einem Pressetermin von einem „traurigen Tag“. Die Becken für das Naturbad und das chemische Bad sind fertig und mit Wasser gefüllt. Auch die Gebäude auf dem Schwimmbadgelände stehen. Aber: Das ganze Umland ist nicht begehbar. „Es ist wirklich brutal“, schildert das frustrierte Stadtoberhaupt die Situation. Die heftigen Starkregenfälle der vergangenen drei Wochen hätten viele Arbeiten im landschaftlichen Bereich ins Stocken gebracht.

Trockene Phasen wären nötig gewesen, um den Boden für den Rollrasen oder auch für Einsaaten vorzubereiten. Doch die Realität sieht anders aus. Am Donnerstag ging bei der Begehung ein Starkregen nieder. Der Boden ähnelte einer großen Matschfläche. „Selbst wenn wir hätten einsäen können, es wäre uns einfach weggeschwemmt worden“, erklärt Bürgermeister Michael Pfeiffer.

Dabei hätten die Zeichen vor drei Wochen noch recht gut gestanden, dass es mit der Eröffnung am 29. Juli hätte klappen können. „Obwohl alle auf der Baustelle mit Hochdruck gearbeitet haben und alle Firmen ihr Bestes gaben und geben – gegen die Natur ist man nicht gefeilt“, meint OB Florus: „Wir haben alles versucht. Jetzt haben wir aber gesagt, wir schaffen das nicht mehr bis zum 29. Juli, das ist unmöglich.“ Deshalb werde es 2021 keine Eröffnung mehr geben, später vielleicht die Möglichkeit einer Begehung. „Wir werden dann dieses wunderschöne Bad im neuen Jahr öffnen, wenn es picobello ist“, so Florus: „Mir tut es furchtbar leid, ich bin ja auch ein Anhänger vom Waldseebad. Es tut wirklich weh, so was sagen zu müssen“, bedauert das Stadtoberhaupt die witterungsbedingten Verzögerungen.

Ähnlich äußert sich Bürgermeister Michael Pfeiffer: „Wir haben die ganzen Springbrunnenanlagen, alles ist schon betriebsbereit.“ Das Bad sei so weit, dass es in drei Wochen für die Bevölkerung geöffnet werden könnte. „Aber wir kriegen einfach keinen Grashalm in die Erde rein.“ Man bräuchte etwa eine Woche trockenes Wetter, damit die Fräsarbeiten durchgeführt werden könnten. „Wir gehen auf jeden Fall mal von vier Wochen plus etwas Verzug aus.“ Deshalb habe es einfach keine andere Möglichkeit gegeben, als zu sagen: „Wir ziehen den Stecker. Eine echte Öffnung des Bades macht dann keinen Sinn mehr“, erläutert der Bürgermeister. Terminlich wäre man dann Ende August – und für zwei Wochen das Bad zu öffnen, das lohne sich nicht. „Das hätte sich für sechs Wochen gelohnt“, so Pfeiffer. Und man wisse nicht, ob man dann überhaupt die zwei Wochen hätte.

„Uns blutet allen das Herz“, ergänzt Planer Hardy Gutmann. Vor drei Wochen seien sie noch guter Dinge gewesen – wenn das Wetter drei Wochen lang mitgespielt hätte. Aber: „Petrus hat mit uns in diesem Jahr kein Einsehen.“ Seit Oktober 2020 konnte laut Stadtverwaltung keine Woche wirklich durchgearbeitet werden. In der Summe seien es mehr als zwölf Wochen gewesen, in denen die Baustelle aufgrund des Wetters ruhen musste.

Am Donnerstag, 29. Juli, soll es statt der Eröffnung um 17 Uhr eine Baustellenbesichtigung geben. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen begrenzt. Anmeldungen werden unter (07225) 962530 entgegengenommen. Bei entsprechendem Interesse werden weitere Führungen angeboten, kündigt die Stadt an.

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