BT 27.03.2021

Waldseebad: In drei Monaten soll das neue Freizeitparadies bereit zur Eröffnung sein

Von BT-Redakteur Thomas Senger

Gaggenau – Der Frühling hat noch nicht begonnen – aber viele Schwimmbadfreunde warten schon auf den Sommer. Dann soll endlich das Waldseebad wieder öffnen. Doch nicht nur das Corona-Chaos könnte den Badefreuden im Traischbachtal entgegenstehen, sondern auch die Verzögerung bei den Bauarbeiten. Bürgermeister Michael Pfeiffer bleibt gelassen: „Im Frühsommer“ werde das Bad bereit zur Eröffnung sein.

Das biologische Bad ist schon so weit, dass es kurzfristig in Betrieb gehen könnte“, freut er sich, „die Regenerationsbecken sind weitestgehend befüllt.“ Doch wer einen Blick auf das restliche Gelände wirft, dem kommen Zweifel: Diese Mondlandschaft soll in einem Vierteljahr ein Freizeitparadies sein? Der anhaltende Niederschlag im Januar und Februar und damit der matschige Untergrund haben die Erdarbeiten erschwert. „Aber nun ein paar Tage schönes Wetter, dann können die Erdarbeiten Fahrt aufnehmen“, sagt Pfeiffer. Er verweist auf den hinteren Teil des Geländes –  also das eigentliche Tal des Traischbachs, in Richtung des ehemaligen Kneippbeckens. „Diese Fläche ist weitgehend profiliert, da muss nur noch Mutterboden draufgezogen werden.“ Im anderen Bereich ist zwar das Profil ebenfalls weitgehend hergestellt, „aber vor der Mutterbodenandeckung müssen noch Drainagen eingebaut werden.“

Aber eine Liegewiese ist das dann noch lange nicht. Pfeiffer betont deshalb: Wenn im April der Rasen gesät werden kann, dann werde man es zum Frühsommer hinbekommen.

Frühsommer – das ist ein dehnbarer Zeitraum, andererseits ist er phänologisch begrenzt durch den Hochsommer mit Beginn der Lindenblüte. Der hat sich in den letzten Jahren von Ende Juni hin zu Mitte Juni vorverlegt. Doch der Bürgermeister bekräftigt: „Mein Ziel ist die Inbetriebnahme im Juno“ – auch wenn dies ein „sportliches“ Ansinnen sein.

Stichwort

Das Waldseebad war über Jahrzehnte als Chlorbad eine viel besuchte Einrichtung. Auf Beschluss des Gemeinderats 2005 wurde es zu einem Naturbad umgebaut. Nicht zuletzt erhoffte man Einsparungen bei den Folgekosten. Bald nach Eröffnung im Juli 2006 wurde offenbar, dass ein rein biologisches Naturbad mit etlichen Tücken versehen war. Über Planungs- und Ausführungsfehler lief von Ende 2012 bis Ende 2019 ein Beweissicherungsverfahren vor dem Landgericht Baden-Baden. Da Ansprüche gegenüber Planer Rainer Grafinger nicht durchsetzbar waren, hat der Gemeinderat im Februar 2020 einem Vergleich mit dessen Haftpflichtversicherung zugestimmt: Die Stadt erhielt 545.000 Euro.

Schon in den Nullerjahren war klar, dass das Bad zwar einige Jahre weiterbetrieben werden könnte, aber auf jeden Fall aufwendig saniert werden müsse. Die Überflutung des Beckens und der Reinigungsanlagen im Juni 2016 nach einem Starkregen ließen dies Makulatur werden. Das Bad wurde geschlossen. Im September 2019 war Baubeginn für ein neues Bad an alter Stelle: mit mehreren Naturbad- und Chlorbecken. Die für 2020 geplante Wiedereröffnung wurde bald auf Mai 2021 verschoben. Als Grund wurde die hohe Auslastung in der Baubranche genannt, ebenso das Warten auf einen Förderbescheid für den Hochwasserschutz. Die Baukosten werden mit 13,6 Millionen Euro kalkuliert. (tom)

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