BNN 11.11.2020

Gaggenau (dok). Der Umbau des Gaggenauer Waldseebades wird teurer als geplant. Auch die Kosten bei den Zimmererarbeiten steigen. Eine erneute Ausschreibung lehnt der Gemeinderat dennoch ab. Das Gremium will am Eröffnungstermin im Mai 2021 festhalten. Die Nachricht, die Andreas Fritz von der städtischen Bauverwaltung den Bürgervertretern überbrachte, war letztlich keine Überraschung mehr: Auch die Zimmererarbeiten am Waldseebad werden teurer als erwartet. Die Kosten steigen gegenüber der ursprünglichen Berechnung um 244.000 Euro auf insgesamt 867.000 Euro. Dabei geht es unter anderem um den Neubau eines zweiten Sanitärgebäudes, die Erweiterung der Kabinen und die Errichtung eines Eingangsgebäudes.

Mittlerweile rechnet die Stadtverwaltung mit Gesamtkosten in Höhe von 13,6 Millionen Euro für die Sanierung und den Umbau des Waldseebades. Zu Beginn waren dafür 13,1 Millionen Euro veranschlagt worden. „Wir reden hier über massiv erhöhte Preise“, räumte Michael Pfeiffer vor dem Gemeinderat ein. Dennoch sprach sich der Gaggenauer Bürgermeister dafür aus, die Zimmererarbeiten nicht erneut auszuschreiben und am Zeitplan festzuhalten. Bei der Stadt sei nur ein Angebot eingegangen, berichtet Pfeiffer: „Viele Firmen sind derzeit voll ausgelastet.“

Zwar könne man die Arbeit abermals ausschreiben, es sei allerdings „nicht sicher, dass wir dann ein besseres Angebot erhalten.“ Außerdem müsse man dann mit einer Verzögerung von zwei bis drei Monaten bei der Eröffnung rechnen, betonte Pfeiffer. Aus Mai würde also August, die Saison wäre dann fast vorüber. „240.000 Euro sind wirklich ein Wort in Zeiten, in denen wir an allem sparen müssen“, sagte Ellen Markert (CDU): „Dem kann ich nicht zustimmen.“ Unterstützung erhielt sie von Martin Hahn (FWG). „Wir leben in einer kritischen Zeit. Für mich persönlich wäre es daher nicht schlimm, wenn das Waldseebad erst ein Jahr später öffnet.“

Die Mehrheit des Gemeinderates stimmte bei zwei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen für eine Vergabe, weil die Folgen einer Neuausschreibung ungewiss seien. „Die Kostenentwicklung liegt immer noch relativ nah am Planansatz“, unterstrich SPD-Sprecher Gerd Pfrommer. „Ich warne davor, den Marathonlauf 100 Meter vor dem Ziel zu unterbrechen.“ Auch Stefan Schwaab (SPD) erteilte der Arbeitsvergabe sein Einvernehmen. Wegen der Corona-Pandemie würden viele Menschen auch im kommenden Sommer ihren Urlaub in der Region verbringen. „Wir sollten deshalb in den sauren Apfel beißen und das Bad im Mai eröffnen“, so Schwaab. „Wir liegen noch immer gut auf Kurs“, sagte auch CDU-Fraktionssprecher Andreas Paul. „Sollen wir jetzt wirklich später eröffnen? Wir haben keine Wahl.“

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