BT 11.11.2020

Waldseebad: Zimmerer- und Holzbauarbeiten rund 38 Prozent teurer als kalkuliert

Gaggenau (vgk) – Eine Baupreiserhöhung um gut 38 Prozent ist eine Kröte, die schwer zu schlucken ist. Zu entscheiden hatten die Gaggenauer Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung über die Vergabe der Zimmerer- und Holzbauarbeiten betreffend der Gebäude eins bis fünf im Waldseebad.

Das abgegebene Angebot übersteigt die von der Verwaltung dafür kalkulierte Summe von 627 000 Euro um rund 239 000 Euro auf nunmehr 866 650 Euro. Die Zustimmung zur Auftragsvergabe erfolgte mehrheitlich. Zwei Gemeinderäte stimmten gegen die Vergabe, vier Ratsmitglieder enthielten sich der Stimme. Nur ein Anbieter, die Zimmerei Brunner aus Ühlingen-Birkendorf, beteiligte sich an der Ausschreibung.

Rund 13,6 Millionen Euro soll das Bad kosten. Mit der Steigerung der Baukosten für die ausgeschriebenen Baumaßnahmen ist diese Summe ausgeschöpft. Das erläuterte von der Bauverwaltung Andreas Fritz. Das Gros der Gemeinderäte bemängelte die ihrer Meinung nach zu kurzfristig erfolgte Ausschreibung der Gewerke. Firmen haben vor dem Hintergrund eines anhaltenden Baubooms aktuell längere Vorlaufzeiten, meinte Stadtrat Martin Hahn (FWG) und sprach von einem Zeitrahmen von drei bis vier Monaten. Da man in kritischen Zeiten lebe, sei es nicht schlimm, wenn das Waldseebad ein Jahr später aufmachen würde. „Es ist bedauerlich, dass es nur ein Anbieter ist“, meine Dr. Ellen Markert (CDU). Auch FWG-Fraktionsvorsitzender Jan Stenger wollte wissen, warum nicht früher ausgeschrieben wurde – man habe sich doch schon Anfang September mit der Ausschreibung befasst? Die Fertigstellungen der Ausschreibungsunterlagen sei abhängig von anderen Gewerken und konnte nicht schneller bewerkstelligt werden. Ebenso sei man davon ausgegangen, dass eine Aufteilung in einzelne Lose keine Einsparungen gebracht hätten. Zudem wollte man keine Bauverzögerung riskieren, entgegnete Bürgermeister Michael Pfeiffer.

Ein Mehr von rund 240 000 Euro, das tue richtig weh, monierte Heinz Adolph (FWG) und signalisierte gleichwohl Zustimmung. Der Verwaltung gab er mit auf den Weg, bei ausstehenden Arbeiten nach Einsparungen zu suchen.

CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Paul meinte, dass vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie das Bad 2021 als Urlaubsersatz gebraucht werde und kündigte – „wenn auch zähneknirschend“ – Einverständnis an. Es sei unwahrscheinlich, durch eine Einzelausschreibung ein besseres Ergebnis zu erzielen, meinte auch der Fraktionsvorsitzende der SPD, Gerd Pfrommer. „Wir müssen schauen, dass wir das Bad so schnell wie möglich wieder öffnen können. Die Schwimmbadvereine wären froh darüber“, argumentierte Oberbürgermeister Florus.

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