BT 26.09.2020

Besichtigung des Gaggenauer Gemeinderats: Großbaustelle Waldseebad entwickelt sich im Kosten- und Zeitrahmen

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Das künftige Naturbadbecken (links) und das Chlorbecken (rechts) im Waldseebad bilden wesentliche Elemente der Gaggenauer Freizeiteinrichtung. Fotos: Judith Feuerer

Gaggenau (red) – Viele Erinnerungen weckte dieser Tage eine Besichtigung der Waldseebad-Baustelle bei den Gemeinderäten. So mancher kam ins Schwelgen und erzählte Bad-Anekdoten aus Jugendtagen. Langjährige Ratsmitglieder verglichen die aktuelle Baustelle mit Bildern, als Anfang der 2000er schon einmal das Waldseebad zu einem Naturbad umgebaut wurde. „Kein Vergleich“, lautete nicht nur ihr Fazit, sondern auch das der Stadtverwaltung, wie sie berichtet.

Beim Rundgang über die Baustelle erläuterten Bürgermeister Michael Pfeiffer sowie Abteilungsleiter Andreas Fritz und Manfred Schnaible (beide Bauverwaltung) den Baufortschritt. „Die Baustelle läuft gut, aber sie ist sehr kompliziert“, wies Pfeiffer auf die vielen logistischen Herausforderungen hin. Diese ergeben sich dadurch, dass viele verschiedene Handwerker an verschiedenen Stellen gleichzeitig arbeiten und teilweise auch voneinander abhängig sind. Das betrifft nicht nur die Fertigstellung von Gewerken, sondern oftmals auch die Baustelleneinrichtungen.

Beispiel Kran. Dieser wurde benötigt, um die Fundamentierungsarbeiten an den Einströmkanälen und Beckenwänden des technischen Badteils durchzuführen. Seine Kraft war zudem für den Gebäudeanbau erforderlich. Jetzt muss der Kran aber schnellstmöglich weg, damit rund ums Becken weitergebaut werden kann. „Es braucht viel Abstimmung“, erklärte Pfeiffer.

Zahlreiche Attraktionen für den Nachwuchs

Die beiden Mitarbeiter der Bauverwaltung sind deshalb fast schon auf der Baustelle zu Hause. Ebenso die Kollegen vom Tiefbau, die sich um den dortigen Hochwasserschutz gekümmert haben. „Die Hochwasserschutzmaßnahmen sind so gut wie abgeschlossen“, erklärte der Bürgermeister vor dem neuen Abfluss für den Traischbach unterhalb des Parkplatzes. Riesige Granitsteine prägen das „präventive“ Bachbett, in das im Falle eines Hochwassers die Wasserfluten regelrecht „einschießen“ können. In einem solchen Fall brauche es stabile massive Seiten, damit die Erde nicht abrutscht, erläuterte Pfeiffer.

Fast schon niedlich klein wirkt daneben das Bachbett für das Rinnsal Traischbach. Ein Großteil des Traischbachs wurde unterirdisch verdolt. Ein Teil der Seitenzuflüsse wird aber offen durch das Bad gezogen – als Ausgleich für den Eingriff. „Das wird die Kinder freuen“, waren sich die Räte sicher, dass manches mehr im Bach sitzen und Schleusen bauen werde.

Für den Nachwuchs gibt es einige Attraktionen in dem neuen Bad. Dabei haben die Kleinen genauso wie die Großen die Wahl, ob sie lieber in gechlortem Wasser schwimmen möchten oder im Naturbad. So oder so können sich die Familien nach dem Bad auf eigene sanitäre Räume freuen, direkt im Umfeld der verschiedenen Kinderbecken. Als absolut notwendig beurteilt Manfred Schnaible, dass die Familien auf dem oberen Geländeteil nun endlich ein Sanitärgebäude haben. „Der ganze Kinderbereich wird sehr attraktiv“, deutete er auf viele Rohre, die aus dem noch nackten Betonboden des Kleinkindbereiches in die Höhe ragen. „Davon wird mal nichts mehr zu sehen sein, dafür spritzt es dann überall aus dem Boden heraus.“

Wellenrutsche und Schaukelbucht

Interessante Formen, unterschiedliche Höhen und viele Elemente, so präsentiert sich das neue technische Kinderbecken. Zudem gibt es im ebenfalls technischen Badteil ein Nichtschwimmerbecken mit Wellenrutsche und Schaukelbucht. Für die Wagemutigen lockt direkt daneben ein Sprungbecken mit drei verschiedenen Höhen (ein, drei und fünf Meter). Und auch die Bahnenschwimmer werden auf ihre Kosten kommen und haben die Wahl, ob sie im 25-Meter-Becken in gechlortem Wasser oder im 50 Meter großen Naturbad ihre Runde drehen möchten.

Mittlerweile gut zu sehen ist der Übergang vom Schwimmerbereich in den großzügig halbrunden gestalteten Nichtschwimmerbereich des Naturbades. Massive Betonböden prägen hier das Bild und lassen erahnen, warum die Gefahr des früheren Naturbads, dass die Böden „ins Schwimmen geraten“, gebannt sein soll. „Es handelt sich hier um Faserbeton mit vielen Drainagen“, betonte Schnaible.

Weder vom Beton noch von der derzeit grünen Folie wird in ein paar Monaten etwas zu sehen sein. Der Naturbadbereich wird mit Steinen noch ansprechend ausgekleidet und naturnah gestaltet. Davon hebt sich die Edelstahltechnik des technischen Bades ab. Hölzerne Stege dazwischen werden künftig die einzelnen Becken auch optisch verbinden.

Holz, Stein und Edelstahl sind die prägenden Elemente des neuen Waldseebades. Mit viel Holz wird auch an den Gebäuden gearbeitet, um sie harmonisch in die Landschaft zu integrieren. Neben dem Sanitärgebäude wird ein Kiosk errichtet; das bisherige Bestandsgebäude wird um ein Technikgebäude ergänzt und auch für das Filtergebäude sind die Bodenplatten bereits gesetzt.

Besonderes Augenmerk galt dem neuen Regenerationsteich für das Naturbad. Bis zu dreimal täglich kann hier durchgefiltert werden. Dies erfolgt über drei Filterzonen. Eine besondere Herausforderung wird neben dem weiteren Beckenausbau und den Gebäuden nun vor allem die Gestaltung der Außenflächen darstellen. Denn noch staubt es auf der Baustelle gewaltig und ist die künftige Liegewiese eine unebene Fläche. Lediglich entlang des bereits neuen Bachbettes wurde schon etwas Rasen eingesät.

In der nächsten Gemeinderatssitzung wird der Gemeinderat die Vergabe der Außenanlagen zu beschließen haben. Veranschlagt sind dafür netto rund 1,85 Millionen Euro.

Bürgermeister Michael Pfeiffer zeigte sich am Ende zuversichtlich, dass nicht nur der Kosten-, sondern auch der Zeitrahmen gehalten werden kann und in der kommenden Saison 2021 das Waldseebad eröffnet. Für Oberbürgermeister Christof Florus steht fest. „Das Waldseebad wird wieder an alte Zeiten anknüpfen und für das ganze Murgtal etwas Besonderes sein.“

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