BT 27.07.2020

Beim Rundgang erläutern Fachleute das Geschehen auf der derzeit größten Baustelle in Gaggenau

bt27072020Auf Anregung des Freundeskreises Waldseebad können sich Bürger ein Bild von den Arbeiten auf dem Gelände im Traischbachtal machen. Foto: Vugrin

Von Christiane Vugrin

Gaggenau – Zwar waren die Becken während des Rundgangs durch die Baustelle „Waldseebad“ bei hochsommerlichen Temperaturen noch nicht mit kühlem Nass gefüllt. Dass das jedoch im Mai 2021 der Fall sein werde, zu dieser Aussage ließ sich Bürgermeister Michael Pfeiffer auf hartnäckiges Nachfragen der Teilnehmer hinreißen. Einen genauen Termin gibt es noch nicht. Doch die Vorfreude darauf, endlich wieder ihr Waldseebad besuchen zu können, war den über 30 Teilnehmern der Baustellenbesichtigung anzumerken.

Sie folgten dem Angebot des Freundeskreises Waldseebad, sich von Experten den Stand der Bauarbeiten zeigen zu lassen. Erfreut über die Resonanz zeigten sich sowohl Bürgermeister Pfeiffer als auch Vereinsvorsitzende Sabine Arnold. Auf staubigem Boden wurde das Gelände erkundet. „Es ist uns wichtig, unsere Vereinsmitglieder, die uns trotz der langen Bauphase die Treue halten, auf dem Laufenden zu halten“, betonte Sabine Arnold.

Mitglieder, Gemeinderäte, DLRG-Mitglieder sowie Bürger zeigten sich interessiert und scheuten sich nicht, ihre Fragen zu den Planungen an die Fachmänner zu richten: Neben Pfeiffer waren dies Andreas Fritz, Bauverwaltungsleiter, und Manfred Schnaible, der Bäderexperte bei der Stadtverwaltung. Bestens vorbereitet bleiben sie keine Antwort schuldig. Schließlich sind die Bauverantwortlichen nach eigenem Bekunden regelmäßig auf der derzeit größten Baustelle Gaggenaus anzutreffen.

Nach anfänglichen Verzögerungen Mitte 2019 sei man wieder im Zeitplan und sogar knapp unter dem Kostenrahmen: netto 13,6 Millionen Euro plus die Kosten für den Hochwasserschutz von 2,8 Millionen. Letzteren bezuschusst das Land mit 70 Prozent. Also bleiben da für die Stadt noch 840 000 Euro hängen. Insgesamt sind es rund vierzehneinhalb Millionen Euro.

„Geplant wurde so, dass die Fehler beim alten Bad sich sicherlich nicht wiederholen werden“, versicherte Michael Pfeiffer. Zwar entstehe nach der Havarie 2016 nun ein komplett neues Waldseebad, es sei jedoch darauf geachtet worden, das einzigartige Ambiente zu erhalten.

Im Kinderbereich wird es beispielsweise ein zweites Sanitärgebäude geben. Das vorhandene Kabinengebäude soll umgebaut und erweitert werden. Zudem werden ein neues Eingangsgebäude und Pumpengebäude errichtet. Der Kiosk wird nach hinten versetzt. Auch das umfangreiche Hochwasserschutzkonzept erläuterten die Fachleute anschaulich.

Im neuen Waldseebad – ein Naturbad mit einer Wasserfläche von 2 100 m2, das um ein chemisch-technisch betriebenes Becken von rund 700 m2 ergänzt wird – wird es neben den verschiedenen Schwimmerbecken, einem fünf Meter hohen Sprungturm und einer Wellenrutsche gerade für kleine Besucher noch einiges zu entdecken geben.

Wegfallen wird der frühere Liegebereich direkt am Schwimmerbecken nach dem Eingang, was zwei ältere Damen bedauerten. „Das war immer unser Platz, so schön, dass es uns wie im Urlaub vorkam“, erzählten die Stammgäste. Doch auch bei ihnen überwiegt die Zuversicht, im nächsten Jahr dann eben einen neuen Lieblingsplatz zu finden.

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