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Start News Presse 2020-02-01 BT

2020-02-01 BT

Problematische Vergaben

Arbeiten für Naturbad des Waldseebads / Bei einem Posten keine Angebote eingegangen

Von Ulrich Jahn

Gaggenau – Die Arbeiten für den Hochwasserschutz im Bereich Waldseebad laufen auf vollen Touren. Bereits Anfang Januar konnten mehr als 60 Prozent der Rohrleitungen für den Hochwasserschutz eingebaut werden. Mit den Abbrucharbeiten war im Sommer begonnen worden. Der Gemeinderat unternimmt in der Sitzung am kommenden Montag den nächsten Schritt für die Sanierung und den Umbau der Freizeiteinrichtung. Doch die Vergabe der Arbeiten ist offenbar nicht so einfach wie erwartet.

Problematisch sieht es bei der Ausschreibung für die Elektrische Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (EMSR-Technik) für das Naturbad einschließlich des Aufbereitungsbereichs aus. Das sind die gesamte Umwälztechnik (unter anderem Pumpen) und die Installationsarbeiten für die Massagestation einschließlich dazugehöriger Elektroinstallationsarbeiten. Auch die erforderlichen Umwälzleitungen sind Inhalt der Ausschreibung. In der Sitzungsvorlage heißt es dazu: „Bei dieser Ausschreibung wurde bis zum Ablauf der Angebotsfrist lediglich ein Angebot eingereicht, dessen Angebotssumme circa 54,5 Prozent über der kalkulierten Summe liegt.“ Vor diesem Hintergrund werde derzeit noch das weitere Vorgehen geprüft.

Keinerlei Angebote sind für die „Naturstein- und Bekiesungsarbeiten für den Badteil mit biologischer Wasseraufbereitung sowie der Kleinkinderbereiche“ eingegangen. Deshalb müsse diese Ausschreibung formell aufgehoben werden. Es sei jetzt vorgesehen, im Rahmen eines sogenannten „Verhandlungsverfahrens ohne Teilnahmewettbewerb“ verschiedene Firmen direkt zu einer Angebotsabgabe aufzufordern. Dadurch, so die Verwaltung, sei es möglich, „ohne größeren Zeitverlust doch noch Angebote zu erhalten“.

Unproblematisch sieht es dagegen bei der Vergabe der Abdichtungsarbeiten für den Badteil mit biologischer Wasseraufbereitung aus. Die Ausschreibung beinhaltet laut Sitzungsvorlage „im Wesentlichen die Folienarbeiten zur Abdichtung des Naturbads einschließlich des Aufbereitungsbereichs“. Preisgünstigste Bieterin mit einer Gesamtangebotssumme von brutto etwas mehr als 160 000 Euro (netto fast 135 000 Euro) ist die Firma G-UT Umwelttechnik aus Mühlheim. Kalkuliert worden war bei diesem Posten mit netto rund 240 000 Euro. Die Firma sei den Badplanern als zuverlässig und leistungsfähig bekannt, so die Verwaltung in der Sitzungsvorlage.

Die Angebotssumme liege etwa 44 Prozent unter der kalkulierten Summe, „kann aber trotzdem noch als auskömmlich bezeichnet werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage. „Auskömmlich“ bedeutet laut städtischer Pressestelle, dass das Angebot allen Vorgaben entspricht.

Auch bei der Vergabe der Rohbauarbeiten für das technische Bad vor knapp zwei Wochen, bei der das Angebot fast 27 Prozent günstiger war als kalkuliert, wurde dieses als „auskömmlich“ bezeichnet. Für die Naturbad-Arbeiten waren insgesamt drei Angebote eingegangen. Die weiteren Bewerber hatten mit etwas mehr als 188 000 und fast 255 000 Euro kalkuliert. Sofern keine Firma ein Nachprüfungsverfahren vor der Vergabekammer beantragt, könne die Auftragsvergabe ab 1. März erfolgen. Die Arbeiten sollen laut Verwaltung zwischen 2. März und 31. Juli stattfinden.

www.badisches-tagblatt.de

 

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