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Start News Presse 2019-06-29 BNN

2019-06-29 BNN

Das fängt ja gut an

Stadtgespräch

Das fängt ja gut an. Die ersten Kostensteigerungen im Zuge des Neubaus des Gaggenauer Waldseebades, zu dem vorgeschaltet auch der Hochwasserschutz im Traischbachtal gehört, lassen sich bereits beziffern, noch bevor die Arbeiten überhaupt begonnen haben. Sie betragen bei zwei Vergaben, die am Montag auf der Tagesordnung des Gemeinderates stehen, stolze 29 beziehungsweise 23 Prozent, wie den Sitzungsunterlagen zu entnehmen ist.

Mal so betrachtet: Wenn ein privater Bauherr gleich zu Beginn von einer solchen Kostenexplosion überrascht wird, wackelt die ganze Finanzierung. Bei der Stadt Gaggenau ist das nicht so: Der geht es bekanntlich sehr gut, sie verfügt auch über Reserven, und die ersten Wolken am deutschen Konjunkturhimmel haben sich noch nicht im städtischen Haushalt niedergeschlagen. Vor allem ist sie bereit, sehr viel Geld in die Freiwilligkeitsleistung Badneubau zu stecken.

Dieser freilich ist ein komplexes Unterfangen – die um ein Jahr hinausgeschobene Baderöffnung ins Jahr 2021 beweist es – und deshalb wird es noch viele weitere Arbeitsvergaben im Zuge des entstehenden Kombibads geben.

Das Fatale dabei: Einmal der Grundsatzplanung zugestimmt, die bekanntlich ein Natur- und ein Technikbad im Traischbachtal vorsieht, gibt es kein Zurück mehr und Korrekturmöglichkeiten dann nur noch in Details. Bei jeder weiteren Vergabe und jeder weiteren Kostensteigerung wird zugestimmt werden müssen – ungutes Gefühl hin oder her. Man kann ja nicht auf halbem Wege stehen bleiben.

Zu der derzeit „normalen“ Kostensteigerung (die Baufirmen können sich ob der noch guten Konjunktur die Aufträge aussuchen und mehr verlangen) gesellen sich aller Erfahrung nach baulich-technische Unwägbarkeiten in der Bauphase hinzu, die zusätzlich die Kosten nach oben schnellen lassen.

Mit der hohen Einmalinvestition ist es aber nicht getan: Weil sich Gaggenau ein Technik- UND ein Naturbad am Standort Waldseebad leistet, müssen folglich auch zwei Betriebssysteme dauerhaft unterhalten werden. Damit werden die jährlich wiederkehrenden Betriebskosten bei deutlich über einer Million Euro liegen. Da muss man hoffen, dass es den städtischen Finanzen noch sehr lange sehr gut geht. Thomas Dorscheid

www.bnn.de

 

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