• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Start News Presse 2019-01-22 BT

2019-01-22 BT

Waldseebad-Kiosk kommt weg

Laut Gutachten wäre eine Sanierung teurer als ein größerer Neubau

Von Thomas Senger

Gaggenau - Manch kühles Weizen wurde hier gezischt, unzählige heiße Würste wurden vertilgt. Und mancher wusste nach dem Warten in der Schlange das kalte Schleckeis erst so richtig zu schätzen. Doch die Tage des Kiosks auf dem Waldseebadgelände sind gezählt. Das Gebäude wird abgerissen. Im neuen Waldseebad wird es somit auch eine neue Bewirtungsstation geben. Nach wie vor geht die Stadt von einem Eröffnungstermin der Freizeiteinrichtung im Sommer 2020 aus.

bt22012019

Bild: Diese Rolläden werden nicht mehr aufgehen. Der Kiosk im Waldseebad wird abgerissen. Foto: Thomas Arnold

Im Gemeinderat gestern Abend teilte Oberbürgermeister Christof Florus den neuesten Stand der Planungen mit. Für alle Gebäude - mit Ausnahme des Kiosks war am 11. Dezember 2018 der Bauantrag eingereicht worden.

Das beauftragte Ingenieurbüro Wald+Corbe hatte bei den Planungen für den Hochwasserschutz festgestellt, dass der derzeitige Kiosk beim Bau des neuen Hochwasserentlastungskanals aufwendig unterfangen werden müsste. Die Kosten hierfür werden auf rund 60000 Euro netto geschätzt. "Aufgrund des vorhandenen Mauerwerks muss man jedoch davon ausgehen, dass trotz der Sicherungsmaßnahmen Schäden am Mauerwerk auftreten können", so Florus.

Somit wurde auch ein Kostenvergleich zwischen einer Sanierung und einem Neubau vorgenommen. Ergebnis: Eine Bestandssanierung würde sogar etwas höhere Kosten verursachen als ein Neubau von etwa 100 Quadratmetern Fläche. Der derzeitige Kiosk ist nur rund 60 m² groß. "Außerdem besteht bei einer Bestandssanierung immer ein höheres Kostenrisiko aufgrund nicht kalkulierbarer Kosten", gab der OB zu bedenken.

Der geplante Abbruch habe einen weiteren Vorteil: Das Niveau der Geländeoberkante kann tiefer liegen. Dadurch schneide sich der hier künftig offen verlaufende Traischbach nicht so tief in das Gelände ein.

Der OB informierte auch über den derzeitigen Stand bei den allgemeinen Planungen für den Bau des Kombibads. Es wird sowohl ein Naturbadbecken als auch eine gechlorte Wasserfläche enthalten. Eine erhoffte Zusage von Geld aus dem Bundeshaushalt lässt auf sich warten. Eine Entscheidung über eine Aufnahme der Sanierungsmaßnahme in das Förderprogramm des Bundes "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" war ursprünglich bis Dezember 2018 vorgesehen. Aber: Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages habe im November beschlossen, die Fördermittel in Höhe von 100 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt 2018 nach 2019 zu verschieben. Dabei wurde das Bundesprogramm mit weiteren 100 Millionen Euro ausgestattet. Florus: "Die Frist zur Einreichung neuer Projekte wurde bis 19. Dezember 2018 verlängert. Somit ist mit einer Erteilung der Zuwendungsbescheide frühestens im April 2019 zu rechnen."

Zum Thema Waldseebad

Warten auf Zuschuss für Hochwasserschutz

Gaggenau (tom) - Der Hochwasserschutz ist beim Bau des neuen Waldseebads ein eigenes Kapitel. Wichtigstes Ziel ist es, eine erneute Überflutung durch den Traischbach zu verhindern. Dieser hatte bekanntlich nach einem Unwetter wegen irreparabler Schäden im Juni 2016 zur endgültigen und vorzeitigen Schließung des Naturbads geführt. Doch auch beim Hochwasserschutz wartet die Stadt nach wie vor darauf, Zuschüsse zu bekommen. Zwar wurde für das Vorhaben bereits im Oktober die wasserrechtliche Genehmigung erteilt. Anfang Dezember stellte die Stadt einen Zuschussantrag nach den "Förderrichtlinien Wasserwirtschaft". "Hier ist mit einer Entscheidung und Erteilung des Zuwendungsbescheides ebenfalls frühestens im April 2019 zu rechnen", sagte OB Florus gestern Abend im Gemeinderat.

Unabhängig davon werde derzeit sowohl für das Bad als auch für die Hochwasserschutzmaßnahme bereits an der Ausführungsplanung sowie der Vorbereitung der Ausschreibungsunterlagen für die Tiefbauarbeiten gearbeitet. Außerdem werden die hierfür erforderlichen geologischen Untersuchungen durchgeführt. "Sobald deren Ergebnisse vorliegen, soll die Ausschreibung erfolgen", betonte Florus. Der Hochwasserschutz solle gemeinsam mit den Abbruch-, Erdarbeiten und Bodenstabilisierungsarbeiten für das Bad ausgeschrieben werden. Beide Vorhaben sollen zeitgleich ausgeführt werden. Dies soll nicht nur Baukosten sparen, sondern auch die Bauzeit verkürzen. Florus: "Eine Vergabe der Tiefbauarbeiten wird bis Mai/Juni 2019 angestrebt."

Die Investitionskosten nur für das Bad samt einer Erweiterung des Parkplatzes und eventuell der Verbesserung der Zufahrtsstrecke werden auf 12,3 bis 13,6 Millionen Euro geschätzt. Beim Hochwasserschutz geht man bislang von rund zwei Millionen Euro aus. Der Traischbach soll als gestalterisches Element durch das Gelände geführt werden. Als Hochwasserschutz wird die Verdolung aufgeweitet und für ein 100-jährliches Hochwasser dimensioniert. Niedrigwasser fließt komplett durch den offenen Bach, zusätzliches Wasser soll in die Verdolung.

www.badisches-tagblatt.de

 

 fb link   tw link   yt link

nb ja

wl2018

Die Zukunft nimmt Gestalt an

gawo21062018