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Start News Presse 2018-07-20 BNN

2018-07-20 BNN

Das neue Bad wird vielfältig und teuer

Fakten und Hintergründe zum Waldseebad 2020

Sogar Kleinkinder können aus zwei Becken auswählen

Von BNN Redaktionsmitglied Thomas Dorscheid

bnn24022018Gaggenau. Im „Fahrplan“ für das neue Waldseebad steht mit dem Montag, 23. Juli, ein wichtiges Datum. Nach vielerlei Vorberatungen soll der Gemeinderat den Beschluss zur Entwurfsplanung fassen. Auf dieser Grundlage soll von den Planungsbüros die Genehmigungsplanung erarbeitet werden. Das Ziel lautet: Im Jahr 2020 öffnet das neue Waldseebad, das eine Kombination von Natur- und Technikbad sein wird, wieder seine Pforten.

Bild: DIESE UNTERTEILUNG des Waldseebades gehört der Vergangenheit an. Das neue Kombibad mit Technikteil und Naturbad weist sieben Becken beziehungsweise abgetrennte Bereiche auf und wird Betriebskosten von über einer Million Euro jährlich haben. Foto: Bracht

Am Montag dürfte es keine Überraschung geben, der Gemeinderat wird wohl der Neukonzeption zustimmen. Das hat bereits die Ratssitzung Mitte Juni gezeigt, bei der die Umbaupläne erstmals veröffentlicht wurden; auch bei der Bürgerinformation Ende Juni gab es überwiegend Zustimmung. Frühzeitig einbezogen wurden auch die Projektgruppe „Zukunft Gaggenau 2030“ und Jugendvertreter sowie der Freundeskreis Waldseebad. Die BNN gehen nachfolgend auf wesentliche Aspekte des zukünftigen Waldseebades ein und haben zu einzelnen Fragen auch im Rathaus nachgehakt.

Ein teures Bad für alle

Im Mai 2017 hatte der Gemeinderat eine Grundsatzentscheidung für den Bau eines kombinierten Natur- und Technikbades am Standort Waldseebad beschlossen – auch weil es in Gaggenau laut der Bürgerumfrage zu den Bädern zwei in etwa gleich große „Fangruppen“ beider Bäderarten gibt. Insofern wurde eine Kampfabstimmung, bei der man sich für eine der beiden Grundformen hätte entscheiden müssen, vermieden. Nachteil des Kompromisses: Wenn alle bedient werden, steigen die Kosten. Dies gilt vor allem für die jährlichen Betriebskosten, die sich gegenüber dem früheren Naturbad fast verdoppeln.

Was heute von der Stadt Gaggenau gut finanzierbar ist, kann aber bei einer veränderten Wirtschafts- und Finanzlage zum großen Problem werden. Die Investitionskosten insgesamt (samt Erweiterung der Parkfläche und eventuell einer Verbesserung der Zufahrt) beziffert die Stadtverwaltung aktuell auf stolze 12,3 bis 13,6 Millionen Euro.

Ein Bad mit sieben Becken

Der Planentwurf sieht nunmehr sieben Becken beziehungsweise separate Teilbereiche vor. Alleine vier finden sich im Technikbad: Schwimmerbecken mit fünf 25-Meter-Bahnen und 320 Quadratmeter Wasserfläche; ein Nichtschwimmerbecken mit Breitrutsche, 240 Quadratmeter; ein Sprungbecken mit Sprunganlage (ein, drei und fünf Meter hoch), 140 Quadratmeter; Kinderplanschbecken, 140 Quadratmeter.

Hinzu kommen drei Becken im Naturbadbereich: Schwimmerbecken mit fünf 50-Meter-Bahnen und 800 Quadratmeter Wasserfläche; Nichtschwimmerbecken, 1 100 Quadratmeter und ein Kinderplanschbecken mit 80 Quadratmetern.

Weitere Investitionen

Mit der Anlage komplett neuer Becken ist es nicht getan: Die Stadt Gaggenau investiert auch in die Neugestaltung des Eingangsbereichs und in die Erweiterung des Kabinengebäudes (für technische Anlagen des Technikbades). Zudem soll ein zweites Sanitärgebäude im Bereich des technischen Kinderplanschbeckens errichtet und der Kiosk neu gestaltet werden. Die Zahl der Parkplätze soll erhöht werden. Noch offen ist die Errichtung einer Strandbar.

Sehr hohe Betriebskosten

Die jährlichen Betriebskosten sind bei einer langfristigen Finanzplanung einer neuen Anlage noch wichtiger als die (einmaligen) Investitionskosten. Die Stadtverwaltung schätzt die jährlichen Betriebskosten auf etwa 1,06 bis 1,12 Millionen Euro. Das ist fast doppelt so viel wie zu Naturbad-Zeiten.

Auf BNN-Nachfrage schreibt die Pressestelle der Stadtverwaltung: „Bisher hatten wir Betriebskosten im Jahr von etwa 600 000 Euro. Die Mehrkosten von rund 500 000 Euro ergeben sich durch die Addition der kalkulatorischen Kosten (375 000 Euro) sowie weiterer Personal- und Energiekosten von 125 000 Euro.“ Damit nicht genug, in der Sitzungsvorlage an die Stadträte heißt es bei den Betriebskosten auch: „Die Betriebskosten werden mit den Jahren aufgrund höherer Instandhaltungskosten steigen, sodass mittelfristig mit einer weiteren Erhöhung der Kosten um circa 200 000 Euro zu rechnen ist.“

Geringerer Reinigungsaufwand

Die Stadtverwaltung geht auf BNN-Nachfrage von einem geringeren Reinigungsaufwand gegenüber der Naturbad-Zeit aus, die Pressestelle der Stadtverwaltung teilt mit: „Der Aufwand wird deutlich geringer sein. Dis bisher sehr reinigungsintensiven Kiesstrände beim Naturbad entfallen. Zudem hat sich die Wasserfläche von 4 500 auf 2 800 Quadratmeter reduziert. Der Reinigungsaufwand für die Becken wurde deshalb in der Betriebskostenschätzung um circa 30 000 Euro reduziert.“

Thema Sicherheit

Im wesentlichen geben Sicherheitsaspekte den Ausschlag, warum es zwei getrennte Becken für die Sprunganlage und für die Rutsche gibt.

Die Rutsche führt in das Nichtschwimmerbecken. Bei einer Kombination von Nichtschwimmer- und Sprungbecken würde laut Stadt zur Einhaltung des erforderlichen Übergangs zwischen Nichtschwimmer- und Sprungbereich ein deutlich größeres Becken benötigt, was wiederum Mehrkosten verursachen würde. Außerdem wäre ein Übergang von einem Nichtschwimmer- in einen vier Meter tiefen Sprungbereich trotz eines schrägen Bodens noch mit einem äußerst hohen Sicherheitsrisiko und einer hohen Aufsichtserfordernis verbunden.

Bei einer Kombination von Schwimmer- und Sprungbecken könnten zwar Investitionskosten von rund 150 000 Euro eingespart werden, bei den Betriebskosten hätten die geringeren Investitionskosten laut Rathaus lediglich auf die kalkulatorischen Kosten eine geringe Auswirkung; auf die übrigen Betriebskosten hätte ein gemeinsames Becken keine Auswirkungen, da diese von Wasserfläche und Wasservolumen abhängig sind. Allerdings besteht bei einem gemeinsamen Becken ein erhöhtes Sicherheitsrisiko beziehungsweise eine erhöhte Aufsichtspflicht wegen des möglichen Einschwimmens in den Sprungbereich.

Die Stadtverwaltung fasst zusammen: „Aufgrund des hohen Sicherheitsrisikos wird auch grundsätzlich von Badplanern bei einem Badneubau ein separates Sprungbecken empfohlen. Für uns steht die Sicherheit im Vordergrund. Auch aus Gründen der Aufsicht ist eine Trennung absolut sinnvoll.“

Warum zwei Kinderbecken?

Würde ein gechlortes Kinder(Plansch)Becken nicht ausreichen beziehungsweise warum braucht man noch ein zweites Kinderbecken (ungechlort), was auch ein Kostentreiber ist? Dies hat die BNN-Redaktion gefragt.

Die Antwort: „Das Waldseebad ist insbesondere auch ein Familienbad und wird von vielen Familien mit Kindern besucht. Um dieser großen Zielgruppe gerecht zu werden, soll auch Kleinkindern die Wahl zwischen Naturbad und technischem Bad geboten werden. Immerhin gibt es dies auch für Schwimmer. Sehr viele Eltern schätzen das Naturbad, weil ihre Kinder Chlorallergie haben. Die Mehrkosten für die Investition wurden auf rund 100 000 Euro geschätzt. Betriebskosten pro Jahr dürften in der Summe 6 900 Euro betragen.“

www.bnn.de

 

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