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Start News Presse 2017-05-31 BT

2017-05-31 BT

Badbeschluss über die Fraktionen hinweg

Sprecher aller Parteien im Gemeinderat sehen die Mischbadvariante als den bestmöglichen Kompromiss an

Von Thomas Senger

Gaggenau - 14 Varianten waren untersucht worden: Reine Naturbäder, reine Chlorbäder waren darunter, am Ende wurde es eine Kombination aus beidem. Das Waldseebad wird sowohl ein Chlorbecken als auch ein Naturbadbecken erhalten.

Die Entscheidung am Montag im Gemeinderat fiel einstimmig. 6,4 Millionen netto, also an die acht Millionen Euro brutto, wird das Vorhaben nach derzeitigem Stand kosten. Hinzu müssen eine Million netto für den Hochwasserschutz gerechnet werden; dafür sind aber 400000 Euro als Zuschuss möglich.

Im Moment denkt man an ein Naturbadbecken von rund 2100 Quadratmetern und an einen Chlorbadbereich von etwa 700 Quadratmetern Fläche.

Die Sprecher der Fraktionen erläuterten in der Fraktionsrunde vor der Abstimmung ihre Standpunkte. Rudi Drützler (CDU) hob die intensive Vorbereitung der Entscheidung hervor - im Gegensatz zu 2004, als man sich für ein Naturbad entschieden hatte. Das Naturbad in seiner Größe zu erhalten, dieser Wunsch habe sich nach den Besichtigungen der Naturbäder in Trossingen und Glatten "erledigt".

Die Betreiber dieser kleineren Naturbäder seien überrascht gewesen, dass man in Gaggenau überhaupt ein Becken von mehr als 4000 Quadratmetern betrieben habe. "Wir möchten ein Bad für alle Gaggenauer", sagte Drützler weiter. Deshalb auch ein Chlorbad; gleichzeitig wolle man den Freundeskreis nicht vor den Kopf stoßen. Dessen Vorstand hatte sich auf ein Naturbad festgelegt.


Pfrommer: "Es handelt sich um ein Plusbad"


Gerd Pfrommer (SPD) betonte: "Ich möchte zunächst versuchen, mit einer Legende aufzuräumen, die immer noch und immer wieder durch Gaggenau geistert: die Legende, dass man das gute, alte Waldseebad früherer Jahrzehnte einfach wieder aufleben lassen könne. Ein chloriertes Bad in der bekannten Größe ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen und Vorgaben schlicht und ergreifend nicht finanzierbar." Andererseits sei ein Naturbad in bisheriger Größe ein zu großes Risiko hinsichtlich Kosten und Betriebssicherheit. Pfrommer weiter: "Es handelt sich hier nicht um ein ,Mischbad, sondern um ein, Plusbad?, bei dem ein immer noch dominantes Naturbad mit einem interessanten Erlebnisbad zu einem Naturerlebnisbad verschmolzen wird." Dieses "Naturerlebnisbad" werde bei den Investitionskosten um eine gute Million über den bisher im Haushaltsplan veranschlagten Mitteln liegen.

"Aber nach allen uns vorliegenden Informationen kann aufgrund der aktuellen Einnahmeentwicklung davon ausgegangen werden, dass wir uns diese Mehrkosten leisten können, ohne in anderen Bereichen Kürzungen vornehmen zu müssen", so Pfrommer weiter

Theo Gehrmann (FDP) sinnierte zunächst über die Freibäder in Sulzbach und Ottenau, ehe er sich "dem attraktivsten Bad in Gaggenau" zuwandte und die Zustimmung der FDP zu der Mischbadlösung deutlich machte.

Eric Peplau hatte seinen Standpunkt in einer Pressemitteilung (BT vom Montag) kundgetan. Die Stellungnahme von Ferdinand Hurrle (FWG) hatten wir in unserer gestrigen Ausgabe veröffentlicht.

Am Ende der Diskussion versicherte Oberbürgermeister Christof Florus: Gemeinderat, Projektgruppen und Bürger würden weiterhin in die Entscheidungsfindung zur Ausgestaltung des Bads eingebunden.

www.badisches-tagblatt.de

 

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