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Start News Presse 2017-05-30 BNN

2017-05-30 BNN

Beschluss bei Badewetter

Bis Pfingsten sinken die Temperaturen

bnn30052017

BADEWETTER – UND DAS GRÖSSTE FREIBAD IN GAGGENAU HAT ZU: Mit dem Gemeinderatsbeschluss von gestern Abend für die Umgestaltung zu einem Mischbad gibt es für das Waldseebad aber wieder eine konkrete Perspektive.  Foto: Dorscheid

Gaggenau (dor). Bei schönstem Badewetter draußen hat der Gemeinderat Gaggenau „drinnen“ gestern Abend die Weichen für einen Neustart des Waldseebades gestellt.

Die Entscheidung, das seit Juni 2016 geschlossene Bad zu einem Mischbad umzugestalten, fiel einstimmig. Die Lösung sieht vor, ein größeres Naturbadbecken mit einem kleineren Technikbecken, das auch einen Sprungbereich erhalten soll, zu kombinieren. Laut Bürgermeister Michael Pfeiffer gibt es nur noch zwei weitere Bäder dieser Mischform in Deutschland.

Apropos Badewetter: Am Donnerstag beginnt der kalendarische Sommer, auf die Rekordhitze soll jetzt erst einmal eine leichte Abkühlung folgen. Bis Pfingsten sollen die Temperaturen laut Wetterexperten sinken.

Waldseebad wird „Naturerlebnisbad“

Gemeinderat stimmt für die Variante Mischbad

Pfeiffer: Eine einzigartige Lösung

Von BNN Redaktionsmitglied Thomas Dorscheid

Gaggenau. Das traditionsreiche Waldseebad soll in der Zukunft als Mischbad beziehungsweise „Naturerlebnisbad“ (Namensvorschlag von Gerd Pfrommer, SPD) betrieben werden: Das heißt, Naturbad und technisches Bad sollen in zwei getrennten Becken, aber an einem Standort zusammengeführt werden. Dies beschloss der Gemeinderat gestern Abend einstimmig auf Vorschlag der Stadtverwaltung.

Das Waldseebad der Zukunft, das nach letztem Stand wohl erst 2020 wieder öffnen kann, soll demnach aus einem großen Naturbadbecken (rund 2 100 Quadratmeter Wasserfläche, das ist etwa halb so viel wie bisher) und einem Technikbecken (rund 700 Quadratmeter Wasserfläche) bestehen. Für das Naturbad sind sechs 50-Meter-Bahnen, ein Nichtschwimmerbereich und ein integrierter Regenerationsbereich (zusätzlich: rund 700 Quadratmeter) vorgesehen; für den Technikbereich sind es sechs 25-Meter-Bahnen, ein eigener Sprung- sowie ein Nichtschwimmerbereich, stellte Bürgermeister Michael Pfeiffer die Grobplanung vor.


Pfeiffer: Eine einzigartige Lösung


Pfeiffer sprach von einer Zusammenführung der Vorteile beider Badformen – dem nicht chlorierten Wasser für die Freunde des Naturbads und der Betriebssicherheit eines technischen Bades. Dies könne „eine einzigartige Lösung für Gaggenau“ sein; nach derzeitigem Kenntnisstand gebe es nur noch zwei weitere Bäder dieser Art in Deutschland. Vor Pfeiffers Anmerkungen hatte OB Christof Florus die bisherigen Stationen in der Gaggenauer „Bäderfrage“ in Erinnerung gerufen.

Rudi Drützler, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU, würdigte die Vorbereitung dieser Grundsatzentscheidung als Prozess mit großer Transparenz und stellte die zuletzt diskutierten Varianten noch einmal gegenüber. Die jetzige Mischform könne „die Akzeptanz beider Interessengruppen“ erreichen. Drützler gab der Hoffnung Ausdruck, dass das Bad spätestens 2020 wieder offen sei; er hoffe, dass mit der jetzigen Lösung die Freunde eines Technikbades sich dem sehr aktiven Freundeskreis Waldseebad anschließen.

Gerd Pfrommer, Fraktionsvorsitzender der SPD, mochte nicht von einem Mischbad („falsch und irreführend“) reden, sondern vielmehr von einem „Plusbad, bei dem ein immer noch dominantes Naturbad mit einem interessanten Erlebnisbad zu einem Naturerlebnisbad verschmolzen wird“. Ein chloriertes Bad in der bisherigen Größe des Waldseebades sei schlichtweg nicht finanzierbar, und ein außergewöhnlich großes Naturbad (wie in der bisherigen Ausdehnung) habe einen immensen Reinigungsaufwand; auch seien Betriebsstörungen mit kurzfristigen Stilllegungen nicht ausgeschlossen.

Pfrommer: „Nach den Erfahrungen der letzten Jahre sollten wir aus unserer Sicht diese Risiken bei Betriebskosten und Betriebssicherheit nicht eingehen.“ Auch hätten bei der Bäder-Besichtigungsfahrt die dortigen Betreiber klar signalisiert, dass sie sich – obwohl Naturbad-Anhänger – ein Naturbad in der bisherigen Gaggenauer Größe niemals zutrauen würden. Insofern favorisiere die SPD die Lösung, die Vorteile eines Naturbades mit den Vorteilen eines Erlebnisbades mit Attraktionen wie Rutsche oder Sprungbecken zusammenzuführen. „Man darf dabei nicht übersehen, dass die geplante Wasserfläche des Erlebnisbades immerhin fast so groß ist wie zum Beispiel die Wasserfläche im Kuppelsteinbad.“

Ferdinand Hurrle, Sprecher der FWG, sprach von einem „sehr guten Kompromiss“ und guter Vorarbeit im Vorfeld der Entscheidungsfindung; er wies aber daraufhin, dass das künftig größere Angebot im Waldseebad auch personellen Mehrbedarf mit sich bringe. Er merkte zudem an, dass die Bürgerumfrage für viele nicht repräsentativ gewesen sei („Die Fragen waren zu sehr Naturbad- und Waldseebad-lastig“).

Für die Grünen, die sich wie von den BNN berichtet im Vorfeld der gestrigen Ratsentscheidung per Pressemitteilung geäußert hatten, sprach Eric Peplau gestern Abend von einem „notwendigen Kompromiss“.

Theo Gehrmann (FDP) wollte nicht nur zum Waldseebad Stellung nehmen („Wenn das mit dieser Lösung klappt, haben wir den Stein des Weisen gefunden“), sondern lobte auch die Arbeit der Badvereine in Ottenau und Sulzbach.

bnn30052017 2GANZ SO WIRD ES NICHT MEHR WERDEN: Mit dem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss von gestern Abend geht für das Waldseebad der Zukunft eine Aufteilung der bisher einheitlich großen Wasserfläche in zwei getrennte Becken einher. Archivfoto: pr

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